Umweltschutz nach Noten

21. September 2009 von Nat

Der BUND stellt den Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2009 Ökozeugnisse aus

schultafel bitte leise pruefung photo
Fotografin: Hofschlaeger – www.pixelio.de

Die Bilanz der Befragung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist erfreulich grün. Fast 50 Prozent aller Direktkandidaten haben für den Atomausstieg, gegen neue Kohlekraftwerke, für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik und für umweltfreundliche Entscheidungen in ihren Wahlkreisen votiert. Insgesamt beteiligten sich 273 Direktkandidaten von Bündnis 90 / Die Grünen, 259 der SPD, 234 der Linken, 165 der FDP und 123 der Union an der Befragung, darunter auch Spitzenpolitiker wie Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, die Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir, FDP-Chef Guido Westerwelle und der Fraktionsvorsitzende der Linken Gregor Gysi.Die Note ‘Grün’ erhielten vom BUND 246 Kandidaten von Bündnis 90 / Die Grünen, 184 der Linken, 26 der SPD, nur 2 der Union und kein einziger Kandidat der FDP. Die meisten Kandidaten der SPD erhielten kein grünes Zeugnis, da sie sich der Parteilinie folgend für den Neubau von Kohlekraftwerken aussprachen.

Wer nun rasch noch überprüfen möchte, ob der eigene Kandidat ein schwarzes Schaf ist, obwohl doch gelb drauf steht, kann seine Direktkandidaten über den BUND-KandidatInnencheck anhand der eigenen Postleitzahl ermitteln und ihre Positionen vergleichen.

guido westerwelle bund kandidatinnencheck photo

Posted in Politik, Umweltschutz

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  1. Dieter R.

    Zitat: …nur 2 der Union und kein einziger Kandidat der FDP.

    Bleibt festzustellen, daß umwelttechnisch gesehen der Wahlausgang und die neue Regierung eine ziemliche Katastrophe sind – Dein Zahlenwerk unterstreicht das einmal mehr.

    Ein kleiner Strohhalm, an dem ich mich in meinem Glauben an das Gute bzw. an die Vernunft klammere, bleibt für mich die Kanzlerin Merkel, immerhin eine ehemalige Umweltministerin und eine durchaus – hoffentlich – weitsichtige Persönlichkeit in meinen Augen.

  2. Nat

    Ein Zitat aus dem Kanzler Duell Angela Merkel gegen Gerhard Schröder:

    Was wir brauchen, ist aber vor allen Dingen eine Mentalität, die Rot-Grün nicht aufbringt. Dort ist man vielleicht bereit, die Windenergie zu fördern. Das finde ich okay, das können wir machen. Aber wir müssen vor allem überlegen: Wo liegen die zukunftsträchtigen Bereiche? Und da dürfen wir nicht EU-Richtlinien dauernd mit Bürokratie umsetzen. Da dürfen wir nicht die Chemikalienrichtlinie so kompliziert machen, wie das der Herr Trittin bei Rot-Grün gerne möchte. Vielleicht würde es ja der Herr Bundeskanzler gern anders haben, aber er kann sich da nicht durchsetzen. Da muss sich das Gentechnikgesetz ändern, damit ich hier die Dinge auch wirklich auf die Reihe kriege.

    Für mich klingt das ganz so, als wäre Windenergie für sie nur eine Randerscheinung, die sie fast schon belächelt. Nun, Windenergie allein kann natürlich nicht ausreichend Leute in Lohn und Brot bringen, aber es ist ja auch nur eine der vielen Möglichkeiten alternativen Strom zu erzeugen. Würde man diese Möglichkeiten als ein großes Ganzes betrachten, kann man damit eine Menge bewegen – auch in Sachen Export. In Japan werden bereits Windräder Made in Germany betrieben.

    Es ist mir völlig unklar, warum im Lebensmittelbereich überhaupt gentechnisch veränderte Pflanzen eingesetzt werden sollen. Von Pflanzen wie Tomaten, Mais, Kartoffeln & Co. gibt es jeweils weit mehr als 500 Sorten. Da sollte für jeden Boden und gegen jeden Schädling was dabei sein, aber statt die Sorten zu erforschen und weiter zu kreuzen, die wir haben, vergessen wir sie zu Gunsten von Tomaten, die auf Haltbarkeit, Transporttauglichkeit und Farbe hin “gebastelt” werden. Geschmack? Nicht relevant. Die Tomaten können ja nicht gekostet werden, bevor man sie kauft und umtauschen kann man sie auch nicht.

    Dass man in der Medizin vielleicht einen Schritt weiter geht, um bestimmte Medikamente zu entwickeln, will mir noch einleuchten, was Medikamente aber wiederum auf dem Feld zu suchen haben, nicht.

  3. Dieter R.

    Danke für das Zitat, verehrte NAT, das bißchen Windenergie in ihrer Antwort scheint ein reines Lippenbekenntnis zu sein – ja, und der Rest ihrer Worte steht ganz deutlich für Ökonomie vor Ökologie.

    Fazit aus meiner Sicht nach Deinen Nachrichten und Deiner Antwort:

    Umweltpolitisch wird Deutschland mit schwarz-gelb wieder zur grauen Maus, nachdem unser Land in den letzten Jahren einige (wenige) international beachtete Akzente (Kernenergie, CO2-Ausstoß) gesetzt hatte, obgleich auch da m.E. viele Fragen und Wünsche offen blieben.

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