Bio is(s)t besser
Europäisches Forschungsprojekt bestätigt den Mehrwert von Bio-Produkten

Fotograf: Daylight – www.aboutpixel.de
Das Bio eine gute Sache ist, hat sich längst rum gesprochen. 21 Prozent der Verbraucher kaufen laut einer Studie, die vom Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Auftrag gegeben wurde, ausschließlich Bio-Eier und 86 Prozent davon aus Tierschutz Gründen. Unklar war bisher, ob die alternativen Anbaumethoden auch positiven Effekte auf die Zusammensetzung der Pflanzen haben.
5 Jahre lang haben sich 35 wissenschaftlichen Institutionen innerhalb des Ökoforschungsprojekt QILF (Quality Low Input Food) dieser Frage gewidmet und sind dabei Zusammenhängen auf die Spur gekommen, die bisher unterschätzt und daher nicht weiter verfolgt wurden.
Mehr bioaktive Stoffe: Der Mist macht ’s
Als einer dieser Faktoren stellte sich die organische Düngung heraus, die den Gehalt an Vitaminen und bioaktiven Stoffen auffallend positiv beeinflusste. Der Anteil dieser sekundären Pflanzenstoffe war im Vergleich zu Pflanzen aus konventionellem Anbau um 15 bis 100 Prozent erhöht. Gerade bei Kindern und Senioren kann Bio so eine Extraportion Schlagkraft für die Abwehrkräfte liefern, denn unter dem Oberbegriff ’sekundäre Pflanzenstoffe’ werden Substanzen wie Polysaccharide, die das Immunsystem anregen, Phytosterine, die den Blutdruck senken und Carotinoide, die der Entwicklung von Krebs entgegen wirken, zusammengefasst.
Doch die bioaktiven Stoffe unterstützen nicht nur unsere Abwehrkräfte sondern auch die der Pflanze. Da beim ökologischen Landbau nur sehr bedingt Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen, ein mehr als erfreulicher Nebeneffekt.
Hoher Anteil an mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Auffallend war auch der höhere Gehalte an Vitamin E, Beta-Carotin, Lutein und mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der Bio-Milch. Die Werte waren zur Zeit der Sommerfütterung und bei einem hohen Anteil von Raufutter, also Grünfuttermittel mit einem relativ hohen Rohfasergehalt, um bis zu 70 Prozent höher als die der Milch von Kühen aus herkömmlicher Haltung.
Bio ist und bleibt eine saubere Sache
Beim Anbau von Bio-Produkten werden keine Pestizide und nur natürlicher Dünger eingesetzt. Kritiker des ökologischen Landbaus werden deshalb nicht müde, auf den ihrer Meinung nach drohenden Schädlingsbefall und die damit verbundenen hygienischen Mängel hinzuweisen. In einer Studie wurde nun exemplarisch die mikrobiologische Sicherheit von Salat untersucht. Die Deutschen Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass selbst direkt nach dem Ausbringen von frischem Mist aufs Feld keine erhöhten Risiken bezüglich Salmonellen- oder Koli-Bakterien festgestellt werden konnten.
In Dänemark wurden verschieden Haltungssystem für Schweine untersucht. Obwohl Freiland-Schweine extremeren Witterungsverhältnissen ausgesetzt sind als Tiere aus Stallhaltung und räumlich wenig bis gar nicht von einander getrennt gehalten werden, wies ihr Kot einen zwei- bis dreimal geringeren Gehalte an Salmonellen-Erregern auf.
Insgesamt zeigten Bio-Produkte außerdem einen wesentlich geringeren Anteil an in Lebensmitteln unerwünschten Stoffen wie Pestiziden, Schwermetallen oder Toxinen als konventionelle Produkte. Der Mehrwert von Bio konnte damit klar belegt. Also ein Grund mehr, den Bioladen Mal wieder zu besuchen.
