Nährwert-Ampel oder GDA-Kennzeichnung?

24. August 2009 von Nat

Die GDA-Kennzeichnung ist uneinheitlich und oft verwirrend

cola dosen photo
Fotograf: Guido Menker – www.pixelio.de

Was nützen eigentlich die Nähwerte auf einer Verpackung, wenn sie nicht vergleichbar sind? Der eine erklärt 30g seines Produkts zur Portionsgröße, das lässt auch die gehaltvollsten Chips als Unschuld vom Lande erscheinen, der andere garniert noch Angaben á la Tagesdosis dazu. Deckt 40 Prozent des täglichen Bedarfs an Fett. Wie viel Prozent deckt eigentlich die Gulaschsuppe aus der Kantine von heute Mittag? Ist das jetzt eigentlich viel oder wenig? Mit wie viel Kalorien insgesamt wird da eigentlich als Tagesbedarf gerechnet?

Sie merken schon, neben dem Diplom in Ernährungswissenschaften werden auch Mathematik Kenntnisse immer erforderlicher, wenn man sich für mehr als nur die bunte Werbewelt eines Produktes interessiert. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut EMNID hat im Auftrag von Foodwatch die Probe auf’s Exempel gemacht und ließ rund 2000 Testpersonen die Frühstückscerealien Trio und Fitness Fruits von Nestlé bewerten. Die erste Gruppe zu 1000 Personen sollte das Produkt anhand der GDA-Kennzeichnung beurteilen, die zweite anhand der Nährwert-Ampel.

Nähwert-Ampel und GDA-Kennzeichnung im Test

63,8 Prozente erkannten anhand der GDA-Kennzeichnung, dass es sich um ein stark überzuckertes Produkt handelt. Die zweite Gruppe konnte Dank der Nähwert-Ampel den überhöhten Zuckergehalt sogar zu 88,9 Prozent entlarven.Noch extremer fielen die Unterschiede aus, als die Probanden Nestlé-Trio mit Nestlé Fitness Fruits vergleichen sollten. Nur 25,8 Prozent der Teilnehmer, von denen die Produkte anhand der GDA-Kennzeichnung verglichen werden sollten, erkannten, dass Trio mehr Zucker enthält. Bei der Ampel Gruppe waren es 92,1 Prozent.

Anhand der GDA-Kennzeichnung konnten also noch nicht Mal zwei Produkte des selben Hersteller erfolgreich verglichen werden.

Die Nährwert-Ampel ist nicht die Lösung, aber sie ist eine gute Orientierungshilfe

Auch die Ampel kann Verbrauchern das Denken nicht abnehmen. Ein reiner Fruchtsaft enthält viel Fruchtzucker und wird daher für den Wert “Zucker” rot markiert, während eine Cola Light mit einem grünen Punkt gekennzeichnet würde. Der Grüne Punkt ist eben kein Synonym für gesund. Diese denkbare Fehlinterpretation wird von der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller AoeL zurecht kritisiert, aber was sind die Alternativen? Ein einfaches und damit prägnantes System kann kaum jedem Aspekt eines Produktes gerecht werden. Letztlich soll die Nährwert-Ampel ja auch nicht zur Religion werden sondern der Orientierung dienen.

Zumindest eins ist unbestreitbar: Zur Enttarnung von Fett- und Zuckerfallen ist das Ampel-System offensichtlich besser geeignet als die GDA-Kennzeichnung, denn es weiß eben nicht jeder, dass der gute Fruchtsaft genauso viel Kalorien wie normale Coca Cola hat und deshalb doch eher als Schorle der richtige und gesunde Genuss für den Sommer ist.

Posted in Ernährung, Verbraucherschutz

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  1. Timo

    Ich wusste ehrlich gesagt auch nicht, dass Fruchtsaft so viele Kalorien hat :D Allerdings werde ich deswegen keineswegs darauf verzichten. Meiner Meinung nach sollte definitiv die Nahrungs-Ampel eingeführt werden, da ich aus reiner Bequemlichkeit schon keine Lust habe die Angaben der GDA-Tabelle auszurechnen. Die Ampel gibt wenigstens eine grobe Orientierungshilfe und das ist doch wirklich eine gute Sache!

  2. Ich

    Wen interessiert’s???
    Wenn das so weiter geht erkennt man das eigentliche Produkt gar nicht mehr vor lauter unnützer Informationen wie Nährwertangaben, Allergikerinformationen, Hinweise für Diabetiker und Schwangere und was weiß ich sonst noch.

    Ich esse und trinke was schmeckt. Das ist das einzige Auswahlkreterium (neben dem Preis natürlich) wonach ich mich für ein Produkt entscheide.
    Ist Zucker drin? Na und, schmeckt doch. Ist Fett drin? Na und, ich ernähre mich ja nicht ausschließlich davon.
    Ich bin kerngesund und habe Idealgewicht. Denn mein Körper weiß selbst am besten was er braucht und verlangt es dementspechend.

    Vielleicht gibt es bald auch noch Infos für ganz Blöde auf den Verpackungen. Auf einer Tüte Zucker zum Beispiel: “Vorsicht! enthält Zucker. Zucker ist süß. Nur in begrenzten Mengen verzehren. nicht mit Alkohol mischen. Kann Spuren von Zucker enthalten. Zucker ist Energie, trotzdem nicht in die Steckdose tun…”
    usw.

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