Bald neue Top-Level-Domain .eco ?
Big Room und Dot Eco streiten um die Verwaltung des Adressraums für die zukünftige Öko-Domain

Fotograf: Pixelhorste – www.pixelio.de
Die Domainendung .de dürfte in Deutschland wohl jedem geläufig sein, schließlich handelt es sich bei .de schlicht um die Abkürzung für Deutschland. Weniger bekannt sind hier zu Lande Endungen wie .gov für goverment (dt. Regierung) und edu für education (dt. Bildung). Selbst die Bundesregierung ist unter www.bund.gov nicht zu erreichen. Obwohl diese Domainendungen in höchstem Maße geeignet wären, die entsprechenden Tätigkeiten der Institutionen gleich mit zu kommunizieren, werden sie in Deutschland kaum verwendet.
Ein Grund hierfür ist sicherlich die Tatsache, dass Englisch zwar an jeder Schule unterrichtet, von vielen aber nach Verlassen der Schule nicht mehr praktiziert wird – jetzt vielleicht ein Mal von den Anglizismen, die uns an jeder Ecke begegnen, abgesehen. Englische Abkürzungen dürften also für einen Großteil der Bevölkerung genauso ein Rätsel sein wie die Slogans der Werbeindustrie. So hatte die Kölner Endmark AG 2003 in einer Studie festgestellt, dass die meisten: “Douglas, come in and find out” mit “Douglas, komm rein und finde wieder heraus” übersetzen. Da es sich bei Douglas um eine noble Parfümerie und nicht um einen Irrgarten auf den Rummelplatz handelt, dürfte man damit das Ziel verfehlt haben, die Kunden anzulocken um selbst herauszufinden, was Douglas so einzigartig macht.
Wozu noch eine weitere Top-Level-Domain .eco ?
Jede Domain muss bei der zuständigen Registrierungsstelle angemeldet werden. Für deutsche Domains ist dies zum Beispiel die Denic. Für die Registrierung fallen Gebühren an, die normaler Weise vom Hoster entrichtet werden, bei dem man seine Website untergebracht hat. Sowohl die kanadische Umweltschutzfirma Big Room aus Vancouver als auch die kalifornische Gruppe Dot Eco versprechen sich vom neuen Adressraum für Umweltschützer, Bio-Anbieter und Öko-Forscher einen Reihe von neuen Registrierungen und somit Einnahmen, mit denen beide Organisation nachhaltige Projekte auf der ganzen Welt unterstützen möchten.
“Wir könnten zu einem der größten Beitraggeber für Umweltschutzprojekte auf dem ganzen Planeten werden” so Dot Eco. Die Gruppe wird in ihren Bemühungen inzwischen vom ehemalige US-Vizepräsident Al Gore unterstützt und hat bereits einen entsprechenden Antrag bei der Internet-Aufsicht ICANN gestellt. “Ich halte das für eine enorm spannende Gelegenheit für die Umweltbewegung, aber auch für das gesamte Internet”, so Al Gore bei der Vorstellung des Projektes.
Big Room, der Mitbewerber von Dot Eco wird vom internationalen Grünen Kreuz, das 1989 von Michael Gorbatschow gegründete wurde, und dem Tierschutzverband WWF (World Wide Fund for Nature) unterstützt. Big Room plant mehr als die reine Verwaltung des Adressraums und möchte .eco als Markenzeichen für ökologisch vorteilhafte Projekte etablieren. “.eco soll etwas bedeuten und mehr sein als nur eine weitere Domain”, sagte Big Room-Sprecher Trevor Bowden gegenüber der BBC. Für Big Room wäre es durchaus denkbar, dass ein Unternehmen zum Beispiel seine CO2-Bilanz offenlegen muss, um eine .eco Domain zu erhalten.
Ob dann kleine Projekte wie einfach grün überhaupt eine Chance hätten, eine .eco Domain zu erhalten, wäre dann genauso unklar wie wer die betreffenden Daten überprüfen soll. Doch noch ist das letzte Wort nicht gesprochen und man darf gespannt sein, wem die ICANN die Verwaltung zusprechen wird.
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