PET-Wasserflaschen gesundheitlich bedenklich
Wie viel Plastik brauchen wir wirklich?
Wasser ist nicht nur ein Lebensmittel, es ist lebensnotwendig. Dennoch haben wir ein gespaltenes Verhältnis zum Wasser. Obwohl die Qualität des deutschen Leitungswassers um ein Vielfaches strenger geprüft wird als die im Handel erhältlicher Mineralwässer, greifen wir zur Wasserflasche. Wer weiß, wie alt die Rohre in den eigenen vier Wänden sind? Da erscheint der Quelle am Fuße des Gebirges aus der Werbung wesentlich vertrauenserweckender.
Der Schein trügt. Erst kürzlich wurde festgestellt, dass 13 Prozent der im Handel erhältlichen Mineralwässer für Säuglinge und Kleinkinder kritische Mengen von Uran enthalten, darunter auch exklusive Mineralwassermarken wie San Pellegrino und Perrier. Vor allem der Trend zur Flasche aus Polyethylenterephthalat, kurz PET, selbst bei hochpreisigen Marken wie Volvic ist keinesfalls zu begrüßen. Mehr als zwei Drittel des im Handel erhältlichen Mineralwassers wird inzwischen in Plastikflaschen abgefüllt.
Wasser aus PET-Flaschen herstellungsbedingt mit Schwermetall belastet
Bei der Herstellung von PET-Flaschen wird häufig Antimon (Sb), ein potentiell toxisches Schwermetall, als Katalysator eingesetzt. Dieses Schwermetall geht zu guten Teilen auch in das abgefüllte Mineralwasser über, wie eine Studie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg von 2005/6 belegt. “Das unberührte, saubere Grundwasser enthielt nur 2 ng/L Sb. Das kommerziell in (PET-)Flaschen abgefüllte Wasser überschritt diesen Wert typischerweise um das mehrere Hundertfache.” Die Forscher bestätigten zwar, dass die Grenzwerte nicht überschritten wurden, dennoch handelt es sich im Vergleich zu Leitungswasser und Wasser aus Glasflaschen um eine vollkommen unnötige Belastung.
Acetaldehyd Verunreinigungen bei preisgünstigen Eigenmarken
Im menschlichen Körper entsteht Acetaldehyd als Zwischenprodukt beim Abbau von Alkohol. Es schädigt die Leber und ist einer der Auslöser für den Kater am Morgen danach. Stiftung Warentest hatte 2008 insgesamt 30 Medium-Wässer in PET-Flaschen getestet und bei einem Drittel einen leichten bis starken Acetaldehyd Gehalt festgestellt. Der Gehalt an Acetaldehyd lag bei 10 Marken über dem Grenzwert von 10 Mikrogramm pro Liter. Gesundheitlich ist das zwar immer noch nicht bedenklich, es beeinträchtigt allerdings den Geschmack. Betroffen waren ausschließlich Eigenmarken des Handels.
Hormone auch ohne Rezept Dank PET
Eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die im März 2009 veröffentlicht wurde, belegt den Zusammenhang von PET und der Belastung der abgefüllten Wässer mit Östrogenen. “Zu Beginn unserer Arbeiten hatten wir nicht erwartet, eine so massive östrogene Kontamination in einem Lebensmittel vorzufinden, das strengen Kontrollen unterliegt. Allerdings mussten wir feststellen, dass Mineralwasser hormonell betrachtet in etwa die Qualität von Kläranlagenabwasser aufweist.” Dort ist die Belastung auf die seit den 60er Jahren großflächig eingesetzte Antibabypille zurückzuführen, aber wie gelangten die Hormone in die Plastikflasche? Aktuell haben die Forscher die Weichmacher aus dem PET-Material im Verdacht.
Gesundheit und PET? Ein klarer Widerspruch.
Wir fassen zusammen: Wasser aus PET-Flaschen ist belastet mit Schwermetall, Acetaldehyd und Östrogen. Der Vorteil des geringen Gewichts wirkt sich nicht positiv auf die CO2 Bilanz aus, da die meisten PET-Flaschen über wesentlich weitere Strecken transportiert werden als Glasflaschen. Die Kohlensäure entweicht sogar aus der geschlossenen Flasche und der Kühleffekt von Plastik ist praktisch Null, so dass gerade im Sommer aus dem kühlen Nass rasch lauwarmes Badewasser aus der Flasche wird.
PET-Flaschen Verbot in Australien
In Deutschland wird die PET-Flasche von den Lobbyisten der Getränkehersteller dennoch beharrlich als ökologisch sinnvoll und Beitrag zur Mobilität modernen Lebens verteidigt. Ja, mobil sind sie, die farbenfrohen Flaschen. Schaffen sie es doch an deutschen Recyclinganlagen vorbei meist bis nach China, wo aus ihnen Auslegware oder Kleidung hergestellt wird.
Dieses Hin und Her der PET-Flaschen wurde einer Kleinstadt in Australien zu bunt. “Das Unternehmen hatte die Idee, das Wasser von hier zu nehmen, es nach Sydney zu transportieren und es dort in Flaschen zu füllen, um es wieder hier zu verkaufen”, so John Dee, einer der Mitarbeiter der Kampagne Bundy on Tap. Die australische Kleinstadt Bundanoon beschloss daher fast einstimmig, die PET-Flasche zu verbieten und den Konsum von Leitungswasser zu bewerben.
Nun, ganz soweit sind wir noch nicht, aber die Kampagne Eau wie gut abgeleitet von Eau [ ´o: ; frz. > Wasser ] der Berliner Wasserbetriebe (BWB) ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung.
Analysedaten der Wasserwerke in Berlin und Umland
Uranbelastung von Mineralwässern
Bundy on Tap Initative
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