Einheitliches ‘Ohne Gentechnik’ Siegel
Mehr Transparenz im Supermarktregal

Fotografin: Berwis – www.pixelio.de
Genetisch veränderte Produkte müssen seit 2004 gekennzeichnet werden. So weit, so gut. Doch was ist mit der Milch von Kühen, die mit genetisch verändertem Soja gefüttert wurden? Nun, diese Milch darf weiterhin ihr grünes Idyll auf der Verpackung versprechen, das höchstens durch Aktionen wie den Milch-Cent von Greenpeace gelegentlich gestört wird.
Das gestern vorgestellte, einheitliche Logo Ohne Gentechnik soll Anbietern von Produkten, bei deren Herstellung zu keiner Zeit genetisch veränderte Organismen verwendet werden, einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Schließlich bevorzugen laut einer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Auftrag gegebenen Gentechnik-Umfrage 75 Prozent der Verbraucher Lebensmittel ohne Gentechnik.
“Durch die Einführung eines einheitlichen Logos wird die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher gestärkt und ich wünsche mir, dass von der Kennzeichnungsmöglichkeit rege Gebrauch gemacht wird”, so Bundesministerin Ilse Aigner, denn bisher hatten die Hersteller nur zögerlich den Hinweis “Ohne Gentechnik” auf ihren Produkten verwendet. Kaum verwunderlich, zieren die Verpackung doch sonst eher Werbeversprechen von “Fitness” bis “frisch”, die zu Recht mit Skepsis zu betrachten sind.
Die wenigsten Verbraucher wissen, welche Begriffe geschützt sind und welche nicht. Hier soll das neue Siegel Licht ins Dunkel bringen, wobei die Frage bleibt, ob eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für genetisch veränderte Produkte, welche die Futtermittel ausklammert, nicht doch ein wenig unterbelichtet ist.
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