Bio-Segment trotz weiter der Finanzkrise
Negativ-Trend der Haushaltsbefragungen nicht nachvollziehbar

Fotograf: Georg Haberecht – www.pixelio.de
Während die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus den Ergebnissen ihrer Haushaltsbefragungen den Schluss zieht, dass der Biomarkt nach jahrelangem stetigen Wachstum nun erstmalig auf Dauer rückläufig ist, konnte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) diesen Negativ-Trend nicht bestätigen. Im zweiten Quartal ist laut BÖWL nach einem leichten Rückgang im ersten Quartal wieder ein Umsatzwachstum von 2,5 Prozent ersichtlich, womit die Steigerungsrate des Vorjahres erreicht werden konnte.
Dennoch zeigt das Minus des ersten Quartals in Höhe von 1,5 Prozent deutlich, dass viele Anbieter von Bio-Lebensmitteln ihr Profil schärfen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. 35 Prozent der Geschäfte hatten laut dem WOB Fachhandelsbarometer Naturkost Umsatzrückgänge von mehr als 5 Prozent zu verbuchen. Spezialisierungen und Feinkost können Kunden anlocken, doch die Bioläden werden auch Aufklärungsarbeit leisten müssen, um sich gegen Marken wie BioBio von Plus oder Bioness von Lidl behaupten zu können. Gelegenheits-Bio-Schlemmern dürfte der Unterschied zwischen Bio gemäß den EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau und Bio nach Bio-Kodex nicht bekannt sein.
Discounter und Supermärkte drücken die Preise
Ein Teil des scheinbaren Negativ-Trends könnte bereits dem zunehmenden Konkurrenzdruck geschuldet sein. “Wir haben im ersten Halbjahr 2009 sogar einen Mengenzuwachs verbucht. Nur durch den Preisverfall sind unsere Umsätze zurückgegangen”, so Peter Geldner, Vorstand der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL). Ähnlich sieht es auch der Vorstandsvorsitzende Dr. Felix Prinz zu Löwenstein vom BÖLW: “Wir sind als Branchenverband derzeit nicht in Sorge, was die Zukunft unseres Marktes betrifft. Allerdings ist nicht klar, welche Entwicklung der Verkauf von Ökoprodukten im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel nimmt und welche Wirkung eine Verschärfung der Wirtschaftskrise entfalten würde.”
In jedem Fall könnten die aktuellen Lebensmittelskandale Bio-Produkten einen weiteren Zuwachs bescheren. Analog-Käse und Schinken-Imitate haben das Vertrauen der Verbraucher nachhaltig erschüttert, gleichzeitig belegen derzeit verschiedene Studien die hohe Qualität von Bio-Produkten. So sind laut der Technischen Universität München Bioeier erheblich weniger mit antibiotikaresistenten Keimen belastet als Eier aus konventioneller Haltung und die europäische QLIF-Studie belegt, dass Ökprodukte deutlich höhere Anteile an gesundheitsfördernden und deutlich geringere Anteile an gesundheitsschädlichen Stoffen aufweisen als konventionelle Produkte.
Weitere Informationen finden Sie im zugehörigen Artikel im Informationsportal Ökolandbau.
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