Gen-Mais breitet sich unkontrolliert aus

18. Juli 2009 von Nat

Umweltschutzverbände erstatten Anzeige gegen Unbekannt

maisfeld mit baeumen photo
Fotograf: Schauhi – www.pixelio.de

Auf einer Fläche von mehr als 170 Hektar in den Landkreisen Emmendingen, Ortenau, Karlsruhe und Rhein-Neckar-Kreis wurde eine Durchmischung der Maispflanzen mit Mon810 und NK603 der Firma Monsanto festgestellt. Beide Maissorten sind für den Anbau nicht zugelassen. Da die Freisetzung folglich eine Straft darstellt, haben die Landesverbände von Bioland, BUND, Demeter und NABU bereits Anzeige gegen Unbekannt bei der Staatanwaltschaft Stuttgart erstattet.

Der geschätzte Anteil an Gen-Mais am Gesamtbestand der zu erwartenden Ernte beträgt maximal 0,1 Prozent. Dass sich kaum ein Aschenputtel finden dürfte, dass nach der Ernte die guten Maiskolben ins Töpfchen und die schlechten ins Kröpfchen sortieren wird, ist aus Sicht der Umweltverbände noch das geringste Problem. Mit der Maisblüte im Juli und August könnten sich die verbotenen Gene über die natürliche Kreuzung im gesamten Gebiet verteilen.

Da die Gene patentiert sind, wären einige deutsche Bauern so womöglich in der rechtlichen Situation von Percy Schmeiser vor etwa 10 Jahren. Monsanto hatte damals kanadische Bauern, darunter auch das Ehepaar Schmeiser, dazu aufgefordert entsprechende Lizenzgebühren zu zahlen oder die Ernte zu vernichten. Ob sie ohnehin die Ernte vernichten müssten, da die betreffenden Sorten in Deutschland nicht zugelassen sind, ist unklar.

Umweltverbände, ortsansässige Bauern und vor allem auch Imker haben die baden-württembergische Genehmigungsbehörde in den vergangenen Wochen mehrmals aufgefordert, den Mais noch vor der Blüte zu entsorgen. Sollten die Pollen der genetisch veränderten Pflanzen in den Honig gelangen, müsste der betroffene Honig aus dem Handel genommen und entsorgt werden.

Es bleibt die Frage, wie das verbotene genmanipulierte Saatgut in Umlauf geraten konnte, denn wenn die Reinheit des Saatguts bereits nicht mehr gewährleistet ist, dann sind Windschutzzäune wie die des Freilandversuchs der Amflora Kartoffel nur noch zu belächeln.

Weitere Informationen finden Sie im zugehörigen Artikel auf der Website von Naturkost.

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Posted in Gentechnik, Politik, Umweltschutz

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