Bye Bye Gorilla
Die Welt ist noch nicht bereit für eine Bio-Fastfood-Kette

Wochenlang haben die Gourmet-Tierschützer gezittert und gehofft, dass sich Partner oder Investoren finden würden, doch am 30. Juni 2009 öffneten die vier Gorilla Restaurants in Berlin tatsächlich zum letzten mal ihre Pforten. Ein Verlust nicht nur für Bio-Liebhaber, sondern für alle, die auf der Suche nach Lebensmitteln sind, die noch eine Geschichte haben, statt hochgradig anonymisierter Fließbandware. “Wir sind auch angetreten, um etwas zu bewegen und der Industrialisierung von Lebensmitteln und Lebewesen eine wahrhaftige Alternative entgegen zu stellen”, so das Gorilla Team.
Gorilla – es war ein Mal – nun wird es Zeit ein neues Kapitel aufzuschlagen. Oder vielleicht beginnen wir einfach noch ein Mal von vorn? Bei eve&adam’s zum Beispiel, einer Bio-Bar im Herzen Berlin, die sich auf Salate und Smoothies spezialisiert hat.
Wer bei eve&adam’s zum Salat greift merkt schnell, dass der trendige Rucolasalat hier eher zu den unspektakulären Zutaten gehört. Doch der Reihe nach. Als erstes wählt man seinen Basissalat: Saisonsalat, Salatmix, minziger Couscous, Bulgur oder Fusilli Pasta mit Ruccola. Diese Basis wird nun mit einer Reihe wirklich außergewöhnlicher Zutaten nach eigenem Gusto verfeinert: Avocado, Artischocken, Grapefruitfilets, Gojibeeren, Cashews ja sogar Tortillachips, Gorgonzola und Kokoschips stehen u.a. zur Auswahl. Zum Abschluss noch rasch das Dressing gewählt und Voilà, fertig ist die eigene Salatkreation.
Hier könnten ehemalige Gorilla Anhänger womöglich ein neues Zuhause finden und bei einem Orangenblüte-Banane Smoothie ein letztes Mal auf die Gorillas anstoßen.
Eine weitere Alternative wäre das Lei e Lui im Berlin Moabit. Moabit? Hier würden die wenigsten ein exquisites Bio-Restaurant erwarten, doch die Berliner Zeitung, der RBB und die Genießerzeit sind voll des Lobes: “Kürbis-Karotten-Maronen-Gnocchi mit frischem Blattspinat und Steinchampignons, Salbeibutter und Parmesan, hausgemachte rosa Ravioloni mit feiner Schafskäse-Kräuter-Kürbiskern-Füllung auf frisch-fruchtigem Kürbis-Tomatenragout mit Weißwein und Safran, Fischtopf mit Kokosmilch und Koriander. Diese und andere solcher außergewöhnlichen, exzellenten Geschmackskombinationen sind im Lei e Lui Programm.”
Solche Bio-Leckereien sollten auch den letzten vereinsamten Gorilla Liebhaber mit der Welt versöhnen und wieder ans Licht locken, denn die Idee und der Anspruch von Gorilla haben in Berlin immer noch ein Zuhause.
Weitere Bio-Restaurants und Cafés finden Sie im aktuellen Bio-Einkaufsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V. (FÖL).
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