Bitte mit Smiley

2. Juli 2009 von Nat

Foodwatch fordert die Einführung der Smiley Kennzeichnung

emnid umfrage foodwatch lebensmittelkontrollen photo

Auch durch Deutsche Restaurants krabbelt hier und da eine Kücheschabe. Die Schmuddelfinken sind meist längst aktenkundig und nicht selten werden die Missstände nur zögerlich behoben. Wozu sich beeilen? Kein Gast betritt je die Küche. Außen hui, innen pfui bleibt unbemerkt.

Nicht so in Dänemark. Dort erfolgt seit 2001 eine Bewertung der Lokale anhand des Smiley Systems. “Es gibt insgesamt vier Smileys, also vier Bewertungsstufen: Vom fröhlich lachenden Smiley, der signalisiert, dass es keinerlei Beanstandungen gibt, bis zum traurigen, der bedeutet, dass das Unternehmen eine Strafverfügung erhalten hat oder ihm sogar die Geschäftszulassung entzogen wurde”, so Foodwatch.

Da wir alle ein Wiener Schnitzel einem mit Schmutzwasser gewienerten Schnitzel vorziehen, macht sich Foodwatch für eine ähnliche Kennzeichnung auch in Deutschland stark. Seit dem 29.04.2009 können über die Website E-Mails an die zuständigen Behörden gesendet werden. Auch im aktuellen Newsletter vom 02.07.2009 fordert Foodwatch beharrlich die Einführung des Smiley Systems.

Die Grund liegt auf der Hand. Hat doch die Veröffentlichung der schwarzen Liste der Schmuddellokale in Berlin Pankow gezeigt, dass mehr als ein Drittel aller Restaurants im Bezirk Pankow hygienisch nicht einwandfrei waren. Bei 850 von insgesamt 2.500 kontrollierten Restaurants wurden gravierende Mängel festgestellt. Als “gravierende Mängel” gelten z.B. stark verdreckte Küchengeräte, zu warm gelagertes Fleisch, verschimmelte Lebensmittel oder stehendes Abwasser auf dem Fußboden.

Also, wischen Sie Schmutzfinken eins aus und verputzen Sie nur lukullische Genüsse, die sich gewaschen haben, indem Sie für die Kennzeichnung eintreten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Foodwatch.

Dänisches Smiley System als PDF

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Posted in Gourmet und Slow Food, Mitmachen und Wettbewerbe, Politik, Verbraucherschutz

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  1. Dieter R.

    Zitat: Bei 850 von insgesamt 2.500 kontrollierten Restaurants wurden gravierende Mängel festgestellt. Als “gravierende Mängel” gelten z.B. stark verdreckte Küchengeräte, zu warm gelagertes Fleisch, verschimmelte Lebensmittel oder stehendes Abwasser auf dem Fußboden.

    Urks, mir wird grad kotzübel, dabei schmeckt es auswärts so gut und ich bin einmal mehr ein Opfer dieser Schmutzorgien. Das sind ja schon fast richtige Biowaffen, denen wir da schutzlos ausgesetzt sind.

  2. Nat

    Dann lieber zur Bionade greifen, die ist sogar amtlich bescheinigt nicht zur Herstellung von C-Waffen geeignet ;0)

  3. Dieter R.

    Auch hier wundere ich mich – wie schon an anderer Stelle, als es um Lebensmittelimitate ging – wieder einmal über die massive Verbreitung der Schweinereien. Daß gleich bei über einem Drittel der Lokale “gravierende Mängel” festgestellt wurden, finde ich schon sehr krass, die eklige Handhabung in der Küche scheint also keine Ausnahmesituation mehr zu sein, sondern inzwischen eher gängige Praxis!

    Ich glaube, liebe Nat, da flüchte ich mich jetzt besser ganz schnell ins Supergood, diese Bio-Oase im Herzen von Berlin oder aber in den nächsten Tagen an die lange Bio-Tafel auf dem Hauptmarkt in Nürnberg – wohl bekommt´s!

  4. Nat

    Mich beruhigt etwas, dass in der Liste kaum “echte” Restaurants aber auffallend viele Schnellrestaurants und Imbiss Stuben genannt werden. Das macht zumindest Hoffnung, dass es doch noch einen Zusammenhang zwischen Preis und Leistung gibt.

  5. gastromartini

    Es ist ganz bestimmt ehrenvoll, sich für bessere Kontrolle einzusetzen. Die aber erfordert Geld für aktiven und effizienten Verbraucherschutz und keine effekthaschenden Schnellschüsse wie jetzt aktuell die Smiley-Diskussion. Ausführlich kritisiert unter http://gastrobetreuung.de/gastroblog/gastronomie-und-gesellschaft/smileys-qualitatssiegel-fur-restaurants/
    Gerade die aktive, grüne Lokalgestaltung wird unter solchen Schnellschüssen zu leiden haben!

  6. Nat

    Der Einwand ist berechtigt. Dass die Kontrollen zu selten stattfinden, ist bekannt und nicht nur im Gastronomiebereich ein Problem. Viele Lebensmittelskandale kommen dadurch überhaupt erst stark zeitverzögert ans Licht, wenn die schwarzen Schafe schon ordentlich Geld damit gemacht habe.

    Dennoch finde ich es falsch, das Finden schwarzer Schafe als Zufallstreffer und den Smiley damit als wertlos zu betrachten. Ein Betrieb, der grundsätzlich schlampig arbeitet, wenn es um die Hygiene geht, wird nicht plötzlich einen Tag haben, wo alle Geräte von ihren Krusten befreit werden, der Kühlschrank spontan abgedichtet wird und die ausgelaufenen Reste in der Auslage weggeschrubbt werden.

    Auch der Smiley kann nur eine Tendenz wiedergeben, genau wie die Ampel. Er steht nicht für gutes Essen, genauso wie die Ampel nicht für schlechtes / verbotenes Essen steht, wenn sie Mal ein rotes Licht zeigt.

    Jedem Restaurant steht es frei, zusätzlich für die Qualität seiner Produkte zu werben, z.B. mit dem Aushang der regionalen Lieferanten + Photos, Zertifikaten, allgemeinen Informationen. Allerdings wird erstaunlich wenig Gebrauch davon gemacht.

    Mal davon abgesehen finde ich es wichtig, Lebensmittelkontrollen für Verbraucher überhaupt erstmal sichtbar zu machen und so sein Interesse für die Thematik zu wecken. Das kann später dann durchaus auch zu Druck auf die Politik führen.

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