Wie schmeckt eigentlich Cholera?
Anbau der Cholera-Kartoffel beantragt

Fotograf: Rolf – www.aboutpixel.de
Der Anbau des Gen-Mais MON810 der Firma Monsanto wurde am 14.04.2009 untersagt. Dem Anbau der Gen-Kartoffel Amflora der BASF Plant Science GmbH dagegen am 27.05.2009 zugestimmt. Sechs weitere Anträge zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen sollen für 2009 laut Informationen des Münchner Umweltinstituts noch vorliegen. Wie wird Ilse Aigner (CSU), Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz entscheiden?
Die Universität Rostock plant den Anbau der s.g. Cholera-Kartoffel, einer genetisch veränderten Kartoffel zur Arzneimittelproduktion, in die Teile des Cholerabakteriums eingeschleust wurden. 70.000 VerbraucherInnen haben sich seit Bekanntgabe des Antrags auf der Website des Münchner Umweltinstitut gegen den Anbau der Kartoffel ausgesprochen. Eine Studie der Europäischen Akademie stärkt die ablehnende Position der Verbraucher, denn gemäß der Studie ist der Anbau von Pharma Pflanzen nicht von den europäischen Gentechnikbestimmungen gedeckt und damit illegal.
“Ministerin Aigner muss diese Pflanzen aus dem Gruselkabinett der Gentechnikforschung jetzt aus dem Verkehr ziehen. Den Anbau des Gen-Mais MON810 verbieten und die noch weit riskanteren Cholera-Kartoffeln zulassen: Das wäre ein Offenbarungseid für die Glaubwürdigkeit der Verbraucherschutzministerin. Pharma-Pflanzen haben auf dem Acker nichts zu suchen”, so Andreas Bauer, Gentechnikexperte des Umweltinstituts München.
Die Chancen für die Cholera-Kartoffel stehen damit eher schlecht, doch wenn man einen Blick in das Standortregister für genveränderte Pflanzen wirft, kann man sich einer gewissen inneren Unruhe nicht erwehren. Die Amflora-Kartoffel ist bei weitem nicht die erste genetisch veränderte Pflanze, die sich in deutscher Erde tummelt. An 31 Standorten mit einer Gesamtfläche von fast 300.000 qm werden bereits Experimente mit genetisch veränderten Pflanzen durchgeführt. Die Skepsis der Verbraucher wird anscheinend aus wirtschaftlichen Gründen nur halbherzig von der Politik geteilt.
Problem dabei ist nur, dass wir alle zwar nicht im gleichen Dienstwagen sitzen, aber sehr wohl im gleichen Boot – und das mit dem zurück Rudern funktioniert bereits in der Politik nicht besonders gut.
Weitere Informationen finden Sie im zugehörigen Artikel auf der Website des Münchner Umweltinstituts.
- Graue Reihe der Europäischen Akademie (PDF) “Pharming. A New Branch of Biotechnology”, 43/2007
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