Sehtest im Supermarkt

10. Mai 2009 von Nat

Je kleiner man Kalorien schreibt, desto weniger sind auch drin

colorado mischung photo
Fotograf: Thomas Max Müller – www.pixelio.de

Woran erkennt man, dass jemand auf Diät ist? Ganz klar: An der neuen Brille, denn auf den kleinen Sünden, die das Leben lebenswert machen, sind die Kalorien oft kaum zu finden, dabei stehen Zutaten und Nährwertangaben doch in allen Sprachen der Welt drauf – und das sind einige. An Information wird also nicht gespart, dafür aber an Schriftgröße und teilweise sogar an Druckertinte könnte man meinen, wenn man Grau auf Weiß den eng gedruckten Text zu entziffern sucht, der oftmals eine Sehstärke von mehr als 100 Prozent erfordert.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die Probe aufs Exempel gemacht und 75 Leckereien von 47 Herstellern buchstäblich unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich, dass sowohl die Mitarbeiter von Nestlé, Mars und Pringles als auch die so mancher No-Name Produkte über ein überdurchschnittliches Sehvermögen verfügen müssen, denn bei zwei Dritteln wurde die Schrift schlicht als unleserlich klassifiziert.

Um den Herstellern möglichst umfassend die Leviten lesen zu können, lädt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen herzlich dazu ein, weitere schlechte Beispiel einzusenden: “Sicher kennen Sie ebenfalls Produkte, deren Zutatenliste nur schwer zu entziffern ist. Machen Sie mit bei unserer Umfrage und schildern Sie uns Ihre Erfahrungen. Bis Mitte Juni haben Sie Gelegenheit, sich zu beteiligen. Anschließend werden wir die gesammelten Beispiele an die zuständigen Lebensmittelüber­wachungsbehörden zur rechtlichen Überprüfung übergeben.”

Also, eine gute Chance den Fotoapparat schon Mal für den Urlaub warm zu knipsen.

Weitere Informationen finden Sie im zugehörigen Artikel auf der Website Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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Posted in Ernährung, Mitmachen und Wettbewerbe, Verbraucherschutz

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  1. Dieter R.

    DANKE, daß Du die bei vielen Packungen wirklich winzig gedruckten Zutatenlisten und Nährwertinformationen hier ansprichst. Denn ich dachte schon die ganzen letzten Jahre, es läge an meinem fortschreitenden Alter und der falschen Brille, daß meine Sehschärfe immer häufiger beim Studium des Inhalts versagte.

    Paradoxerweise verschließt sich mir der gesundheitliche Wert besonders häufig bei Fitness- und Wellnessprodukten. Obwohl doch anzunehmen ist, daß gerade bei dieser Warengruppe potentielle Käufer den Nutzwert genauer studieren, versteckt sich oft der wahre Nutzen hinter dem unleserlichen Kleingedruckten.
    Denn diese Unzulänglichkeit bestätigt einmal mehr meinen Verdacht, daß die ganzen Riegel und Pülverchen durchaus gewinnbringend sein können – aber leider NICHT für den Sportler..!

  2. Nat

    Da Begriffe wie fit und Wellness nicht geschützt sind, findet da viel Augenwischerei statt. Oft reicht es den Herstellern schon, das Produkt im Fettgehalt zu reduzieren und mit Vitaminen anzureichern.

    Dass der geringe Fettgehalt mit Zucker als Geschmacksträger kompensiert wird, verrät dann erst der Blick auf die Zutatenliste. Gerade bei Müsliriegeln ist das äußerst auffällig. Eine Portion Quark mit Früchten ist den meisten Pülverchen und Powerriegeln daher meiner Meinung nach überlegen und schmeckt auch noch besser.

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