Zahlenspiele im Supermarktregal

16. April 2009 von Nat

EU-Regelung für einheitliche Verpackungsgrößen seit 11.04.2009 außer Kraft

Wenn man 1 Packung Zucker in der Hand hatte, dann war das bisher immer 1 kg, darauf war Verlass. Nun erwarten uns unter Umständen neue Packungsgrößen, denn die EU Regelung, die bisher einheitliche Verpackungsgrößen für die Produktgruppen Milch, Mineralwasser, Bier, Limonade, Fruchtsäfte, Zucker, Schokolade sowie Kakao vorgab, wurde zum 11.04.2009 abgeschafft.

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Fotograf: Uwe Dreßler – www.aboutpixel.de

Von Industrie und Politik wird dies begrüßt. Die Standardgrößen wären für Single-Haushalte oft zu groß, so könne man die Produktpalette besser an die Kunden anpassen. Das ist leider nur die halbe Wahrheit, denn natürlich könnte der Verbraucher dadurch auch zum alten Preis plötzlich eine Schokoladentafel von nur noch 95g statt 100g in der Hand halten. Verpackungen, die mehr Inhalt vortäuschen, sind allerdings nach wie vor verboten, wobei man ein paar “Verbrecher” im Cornflakes Regal vermuten könnte.

Der Schnäppchenjäger von morgen wird also an seiner Brille zu erkennen sein, denn die mikroskopisch kleinen Zeichen unter dem groß und fett gedruckten Preis geben den s.g. Grundpreis je 1kg oder 1l an und machen die Produkte dadurch wieder vergleichbar.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des WDR und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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Posted in Politik, Verbraucherschutz

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  1. Uwe Dreßler

    Hallo Nat,

    danke Dir für den Hinweis der Bilderverwendung und den interessanten Artikel. Na da kommt ja was auf uns zu. Ich kann mir schon vorstellen wie die uns mal wieder übers Ohr hauen wollen.

    Große Packungen mit wenig Inhalt. Muss man also wirklich ganz genau hingucken.

  2. Nat

    Milch, Mineralwasser, Bier und Limonade kommen nun wirklich in Packungsgrößen, die für einen Single-Haushalt überhaupt kein Problem darstellen, daher finde ich vor allem die Aussage, dass man nun die Packungsgrößen an die Bedürfnisse der Verbraucher anpassen könne, Humbug. Bei Kartoffeln würde ich das viel eher verstehen, denn 2,5kg isst man als Single nicht Mal eben weg.

  3. Dieter R.

    Einen Monat nach dem Wegfall vorgeschriebener Packungsgrößen finden wir derzeit noch die gewohnten Mengen vor. Dazu ein Bericht aus dem heutigen ARD-Videotext:

    Verpackung: Noch keine Änderungen

    Einen Monat nach dem Wegfall fester Verpackungsgrößen für viele Supermarkt-Artikel hat der Einzelhandel noch keinen Gebrauch von der neuen Freiheit gemacht.

    Noch gebe es keine Fälle, in denen von den gewohnten Standard-Verpackungsgrößen abgewichen worden sei, sagte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg, der regelmäßig die Entwicklungen in deutschen Supermärkten beobachtet. Seit dem 11. April dürfen Hersteller etwa Zucker, Milch, Schokolade, Kakao, Mineralwasser oder Bier in beliebig großer oder kleiner Verpackung anbieten

  4. Nat

    Auch beim Euro haben sich die Hersteller lange zurückgehalten, weil ihnen doch sehr auf die Finger geschaut wurde. Heute genügt leider ein Blick auf die Auslage der Wursttheke um zu wissen, dass die D-Mark nicht wiederkommt. Es gab immer so etwa 3-5 Wurstsorten die für 99 Pfennige zu haben waren, meist Mortadella, eine Salami als Sonderangebot und Aufschnitt mit Aspik. Wenn ich mir überlege, dass das etwas mehr als 50 Cent sind, dann muss man ganz klar sagen, dass zu diesem Preis kein frischer Aufschnitt mehr zu haben ist.

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