Die AoeL kritisiert die Nährstoff-Ampel
Bio-Erzeuger sehen rot
Im Grunde wollen wir alle mehr Informationen über das, was wir da täglich zu uns nehmen. Enthalten meine Cornflakes inzwischen neben Spuren von Erdnüssen auch Spuren von Fröschen, weil sie genetisch verändert wurden? Enthält der Erdbeerjoghurt zwar nur 0,1% Fett, dafür aber jede Menge Zucker und keine einzige Erdbeere? Die Nährwert-Ampel soll etwas Licht ins Dunkel bringen und Lebensmittel enttarnen, die z.B. besonders viel Fett, Zucker oder Salz enthalten und damit eine erste Orientierungshilfe für den Verbraucher sein.
Dennoch sieht die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL) die Ampel bisher kritisch. Zu vereinfacht sei die Botschaft. Ein reiner Fruchtsaft enthielte natürlich Fruchtzucker, würde aber rot gekennzeichnet werden, während eine Cola Light als scheinbar gesund mit einem grünen Punkt gekennzeichnet würde. Auch die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat sich vergangene Woche nun skeptisch zur Nährwert-Ampel geäußert.
Die Mitglieder der AoeL verlangen eine ganzheitlich Betrachtung der Lebensmittel. Der mündige Bürger solle seine Entscheidungen anhand umfassender Informationen selbst treffen können. Doch welcher Verbraucher nimmt sich die Zeit für ein intensives Studium sämtlicher Informationen auf der Packung? Steckt in jedem von uns ein kleiner Ernährungsexperte oder wäre es nicht viel mehr sinnvoll, dem Verbraucher beides anzubieten:
Die Nährwert-Ampel zur schnellen Information auf der Vorderseite und eine verpflichtende Angabe aller Zutaten sowie Nährwertangaben immer für 100g des Produkts auf der Rückseite, eine wirklich auffällige Markierung von Gen-Produkten und die Nennung des Erzeugers. Zu viel verlangt? Man wird doch noch träumen dürfen, so als Verbraucher. Im Augenblick wird bei den meisten Tomaten noch nicht Mal eine Sorte angegeben. Oder haben Sie wirklich geglaubt, dass Cherry eine Sorte ist? Es gibt die Black Cherry, die Cherry Benary, die Cherry Datterino.
Lassen wir uns also überraschen, was uns demnächst auf der Packung erwartet.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller.
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